OFC könnte schon Klassenerhalt feiern
Die Kickers Offenbach stehen vor dem vorzeitigen Klassenerhalt in der Oberliga. Trotz statistisch schlechtester Defensive der Liga überzeugt der Aufsteiger.

Aufsteiger Kickers Offenbach kann am Wochenende bereits den Klassenerhalt perfekt machen in der Handball-Oberliga: Bei einem Heimsieg gegen den Tabellenvorletzten TGS Niederrodenbach und einer Niederlage der Drittletzten HSG Aschafftal bei TuSpo Obernburg II wäre der Verbleib in der fünften Liga vorzeitig gesichert.
„Momentan ist von zwei Absteigern auszugehen. Sollte die SG Bruchköbel als derzeit Viertletzter in der Regionalliga noch in die Abstiegszone rutschen, könnte es bei uns auch den Drittletzten noch treffen“, weiß OFC-Trainer Christian Seliger, weshalb die Offenbacher mindestens drei Teams hinter sich lassen wollen.
Zwei oder drei Absteiger
Der OFC kann aktuell entspannt sein, steht auf Rang neun und ist mit 21 Pluspunkten gleichauf mit den Plätzen sieben und acht. Bis Platz fünf ist noch alles drin. „Hätte mir jemand vor der Saison gesagt, dass wir am 20. Spieltag über 21:19 Punkte verfügen, hätte ich das sofort unterschrieben“, sagt Seliger und ist äußerst zufrieden mit dem bisherigen Saisonverlauf, insbesondere aufgrund der jüngsten Verletzungssorgen. Mit Regisseur Philipp Kuhn und Gero Hoffmann, der auf der halblinken Position zu einem Torjäger gereift ist, sind gleich zwei Leistungsträger im Rückraum weggebrochen.
Imponiert haben Seliger vor allem die mentale Stärke und der unbändige Wille seiner Jungs, die auch in kritischen Phasen klare Köpfe bewahren. „Da kann ich mich voll auf meine Mannschaft verlassen. In dieser Spielklasse ist es keine Selbstverständlichkeit, in kniffligen Phasen die Oberhand zu behalten“, ist sich Seliger bewusst. Zweimal in der Rückrunde – gegen Griesheim und Bachgau – wurden Rückstände in Siege gedreht. In der Hinrunde gehörte das temporeiche Aufsteiger-Duell gegen Arheilgen zu Seligers Highlights: Da gab es mit 84 Treffern eine wahre Torflut (43:41). Dagegen trauert er drei vergebenen Punkten gegen Kahl und Groß-Rohrheim nach.
Ein Trainer wäre kein Trainer, wenn es nichts zu verbessern gäbe. „Wenn wir den Finger in die Wunde legen, könnte man unser Torverhältnis und den Deckungsverband kritisieren“, sieht Seliger vor allem fehlende Konstanz in seinem Kader. In Vorbereitung und Hinrunde sei die Deckung härter, beweglicher und flexibler gewesen. „Jetzt stehen wir in einem Spiel gut, im nächsten fehlt der Zugriff“, findet er. Statistisch stellen die Kickers die schlechteste Abwehr der Liga. Im Durchschnitt fingen sie sich 33 Gegentore. Am individuellen Abwehrverhalten und einem konstant guten Deckungssystem wird im Training gearbeitet. Die größten Sprünge in der Entwicklung habe in den vergangenen Wochen und Monaten Torhüter Luis Schüler gemacht, der „blitzsaubere Spiele über 60 Minuten“ hingelegt habe.
Torwart kommt aus Niederrodenbach
Für die nächsten zwei Spiele vor und nach Ostern hat der Coach die Vorgabe „Sieg“ ausgegeben. Nach dem Duell mit Niederrodenbach geht es gegen den zweiten direkten Konkurrenten HSG Aschafftal.
Seliger warnt davor, die Rodenbacher zu unterschätzen: „Sie waren immer wieder nahe dran an Siegen – das wird nicht einfach.“ Zumal drei Spieler aus der ersten Sechs eine große Qualität hätten und „uns an einem guten Tag ärgern können“. Zwar habe es im mit nur vier Toren Differenz gewonnenen Hinspiel im Eins-gegen-eins gehakt, doch ist der OFC überzeugt, mit einer geschlossenen Teamleistung und 100-prozentigem Einsatz die Aufgabe am Samstag um 19 Uhr in der Sporthalle der Käthe-Kollwitz-Schule lösen zu können.
Der Torhüter der Gäste, Justin Hohenberger, wird kommende Saison 2026/27 die Seiten wechseln und sich den Kickers anschließen. „So haben wir ausreichend Alternativen“, begründet Seliger, der noch einen Linkshänder für Rechtsaußen sucht. Sein Kader bleibt zusammen, alle Spieler haben zugesagt und wollen im zweiten Jahr ihrer Ligazugehörigkeit besser abschneiden. „Wir wollen in die Phalanx von Teams wie Bachgau, Egelsbach oder Kahl vorstoßen“, blickt Seliger voraus.
Quelle: Offenbach Post





